Pasacaballos

"Zu Ehren Gottes und zum Wohle der Menschen."

Die Ortschaft Pasacaballos – Landkreis Cartagena de Indias – befindet sich an der Mündung des Dique-Kanals in der Bucht von Cartagena, 18 Kilometer von der oben genannten Stadt entfernt.

 

Pasacaballos ist eine afro-abstammende Gemeinde mit mehr als 19.000 Einwohnern, die in den letzten zehn Jahren enorm gewachsen ist: Zu der normalen Landflucht kommen die Flüchtlinge aus den Bürgerkriegsgebieten. Dadurch hat sich die Dorfstruktur in ein vorstadtähnliches Slumgebiet gewandelt. Die Bewohner nutzen nur noch zu einem kleinen Prozentsatz die alten Einkünfte wie Fischerei und Landwirtschaft, seit der Einfluss der Industriezone die traditionellen Gewohnheiten verzerrt und Bauern wie Fischer zu Tagelöhnern und Hilfsarbeitern macht. Zu dem Kulturverlust kommt hinzu, dass nur ein kleiner Teil der Bevölkerung Arbeit findet. Die Familien verdienen sich ihr Geld vowiegend im informellen Sektor als Strassenverkäufer, Busfahrer, Busassistenten, Motorradtaxifahrer und andere. Nur ein kleiner Teil der Bevölkerung arbeitet mit einem geregelten Arbeitsvertrag in der Industriezone „Mamonal“ der Stadt Cartagena, die sich in der Nähe der Ortschaft Pasacaballos befindet. 

Historisch gesehen ist Kolumbien ein Land, das seit mehr als 50 Jahren mit einem bewaffneten Konflikt konfrontiert ist, der aus der Auseinandersetzung illegaler Gruppen mit dem Staat und der Gesellschaft resultiert. Dabei wird leider oft Gewalt angewendet, wodurch schwerwiegenden Folgen für die soziale und kulturelle Entwicklung der Bevölkerung auftreten.

Um dem entgegen zu wirken, ist es notwendig, an eine Geschichte der Verhandlungen mit den bewaffneten Gruppen, an den Aufbau des Friedens und an das Wohlergehen eines Volkes zu denken. Mit der Zeit verschärfte sich der Konflikt und neue Faktoren traten in die Entwicklung der Gegebenheiten ein: Drogenhändler, Paramilitär, allgemeine Kriminalität, Armut, Arbeitslosigkeit, die direkt oder indirekt die Bevölkerung im Allgemeinen, aber vor allem Kinder, Jugendliche und Frauen betrafen.

Unserer Stadt, Cartagena de Indias, ist dieser Konflikt mit all diesen Probleme wohl bekannt, denn sie eine Stadt mit extremen Bedingungen und starken sozioökonomischen Unterschieden. Man kann Familien finden, die in Reichtum und andere, die in extremer Armut leben.

Laut DANE (Nationale Verwaltungsabteilung für Statistik Kolumbien) ist Cartagena die zweitgrößte Stadt mit der ärmsten Bevölkerung des Landes, wobei diese vor allem in ländlichen Gebieten lebt.

Pasacaballos ist als Gemeinde in jener ländlichen Gegend mit vielen Problemen konfrontiert, wie z.B. frühe Sexualität, frühe Schwangerschaften, Konsum psychoaktiver Substanzen, körperliche Inaktivität, sexueller Missbrauch, Prostitution, Kriminalität, Korruption, Ausbeutung der Arbeitskraft, Vertreibung, mangelhafte Wohnstätten und wenige Bildungs- und Beschäftigungsmöglichkeiten.

All diese Faktoren haben einen negativen Einfluss auf Kinder und Jugendliche und zwingen sie oft dazu, über andere Wege wie Drogenkonsum oder Bildung von Banden nach Lösungen zu suchen.

 

Mit umfassenden Projekten und Arbeiten versucht die Stiftung Mutter Herlinda Moises dieser Situation der Bevölkerung von Pasacaballos entgegenzuwirken.